Modal Split: Wien führt, Österreich folgt
Der Modal Split beschreibt, wie Menschen ihre Wege zurücklegen. Wien ist dabei Österreichs Vorzeigebeispiel für urbane Mobilitätswende — aber zwischen Bundeshauptstädten gibt es massive Unterschiede.
Quelle: Stadt Wien, März 2025
Quelle: Österreichischer Städtebund 2023
Was 1993 noch galt, gilt heute nicht mehr: In Wien lag der Auto-Anteil 1993 bei 40% — heute sind es nur noch 25%. Der Radverkehr wuchs im selben Zeitraum von 3% auf 11%. Diese Entwicklung zeigt: Mobilitätswende ist möglich — wenn die Infrastruktur stimmt.
Das Pendler-Problem
Während Wien intern immer nachhaltiger wird, bleibt der Pendlerverkehr eine große Herausforderung: 77% der Pendler überqueren die Stadtgrenze mit dem Auto — nur 23% nutzen öffentliche Verkehrsmittel.
Das liegt an der schwachen Öffi-Anbindung im Umland. Viele Gemeinden in Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark sind kaum mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar — das Auto bleibt dort die einzige realistische Option für den Weg zur Arbeit.
PKW-Dichte und Öffi-Nutzung im Vergleich
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern — von Wien als internationalem Vorbild bis zu Bundesländern mit fast vollständiger Auto-Abhängigkeit.
| Bundesland | PKW / 1.000 EW | ÖV-Anteil (Stadt) | Radanteil (Stadt) | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Wien | 284 | 34% | 11% | 🌿 Vorreiter |
| Salzburg | ~420 | ~18% | 21% | 🚲 Rad-Champion |
| Vorarlberg | ~440 | ~15% | ~12% | 👍 Gut |
| Graz (Stmk) | ~450 | ~20% | ~10% | 👍 Gut |
| Linz (OÖ) | ~470 | ~18% | ~8% | 🔄 In Entwicklung |
| Innsbruck (T) | ~460 | ~20% | ~9% | 🔄 In Entwicklung |
| St. Pölten (NÖ) | ~500 | ~10% | ~5% | ⚠️ Auto-dominant |
| Klagenfurt (K) | ~520 | ~8% | ~2% | ⚠️ Auto-dominant |
| Eisenstadt (Bgld) | ~530 | ~2% | ~5% | ⚠️ Auto-dominant |
Hinweis: Werte außer Wien teilweise geschätzt auf Basis Städtebund-Daten 2023. PKW-Dichte ist Bundesland-Durchschnitt, nicht Stadtwert.
Wo steht Österreich?
Österreich ist ein Land der Gegensätze: Wien schafft es, Mobilität weitgehend ohne Auto zu ermöglichen — gleichzeitig ist der Rest des Landes noch stark auto-abhängig. Die Mobilitätswende ist keine Frage der Technologie allein, sondern vor allem eine Frage der Infrastruktur.
Das E-Auto alleine löst das Problem nicht — es ersetzt lediglich einen Verbrenner durch ein elektrisches Fahrzeug. Echte Mobilitätswende bedeutet: weniger Autofahrten insgesamt, mehr Öffis, mehr Rad, mehr Fußgängerzonen. Und für jene die ein Auto brauchen: möglichst elektrisch, möglichst mit Ökostrom.